Kosten in Hamburg
Was ein Zimmer in Hamburg wirklich kostet
Zur Kaltmiete kommen in Hamburg dieselben laufenden Posten wie überall, Nebenkosten, Strom, Internet und Rundfunkbeitrag. Der Unterschied liegt beim Einstieg: Zwei der größten Hamburger Anbietergruppen, die Genossenschaften und das Studierendenwerk, verlangen etwas, das Geld oder Zeit kostet, bevor du überhaupt einziehen darfst.
Genossenschaften: günstige Miete, teurer Einstieg
Ein großer Teil des bezahlbaren Hamburger Wohnraums gehört Baugenossenschaften. Ihre Mieten liegen häufig unter dem freien Markt, und wer einmal drin ist, wohnt sicher. Der Haken steht nicht in der Mietanzeige: Du musst Mitglied werden und Geschäftsanteile zeichnen, und das ist eine vierstellige Summe, die du beim Einzug aufbringst.
Das Geld ist eine Einlage, keine Gebühr, du bekommst es beim Austritt zurück, allerdings erst nach einer Kündigungsfrist, die je nach Satzung Jahre betragen kann. Für zwei Jahre in Hamburg ist das selten die richtige Form, für zehn fast immer. Dazu kommen Wartelisten, denn die Nachfrage übersteigt die frei werdenden Wohnungen deutlich.
Wohnberechtigungsschein und Studierendenwerk
Geförderte Wohnungen kosten weniger, setzen aber einen Wohnberechtigungsschein voraus. Den beantragst du beim Bezirksamt, er hängt an deinem Einkommen und gilt befristet. Ohne Schein kommst du an diese Wohnungen nicht heran, mit Schein stehst du in einer Schlange.
Beim Studierendenwerk Hamburg ist es dieselbe Mechanik mit anderem Vorzeichen: Die Zimmer sind deutlich günstiger als alles auf dem freien Markt, aber die Wartezeit wird in Semestern gemessen, und die Bewerbung setzt meist die Immatrikulation voraus. Wer im Oktober anfängt und sich im August bewirbt, braucht für die ersten Monate etwas anderes.
Die laufenden Posten, die über der Kaltmiete liegen
Unabhängig vom Anbieter gilt dieselbe Rechnung wie in jeder deutschen Stadt. Nimm jeden Posten aufs Jahr, dann teile durch zwölf.
- Kaltmiete, zwölfmal
- Nebenkosten-Vorauszahlung, dazu die Abrechnung einmal im Jahr, die nachfordern kann
- Strom, eigener Vertrag
- Internet, meist 24 Monate Laufzeit, dazu einmalig der Anschluss
- Rundfunkbeitrag, 18,36 € im Monat, einmal je Wohnung
- Kaution, bis zu drei Nettokaltmieten (§ 551 BGB), in drei Raten zahlbar
- Bei Genossenschaften zusätzlich die Geschäftsanteile
- Möbel und Umzug, einmalig, in einer leeren Wohnung oft die größte Position
Der freie Markt und was er verlangt
Bleibt der freie Markt, und dort entscheidet nicht nur das Budget, sondern die Mappe. Üblich sind Schufa-Auskunft, die letzten drei Gehaltsabrechnungen, Ausweis und eine Mietschuldenfreiheitsbescheinigung des bisherigen Vermieters. Wer neu in Deutschland ist oder studiert, hat meistens nicht alles davon, und bei einer Besichtigung mit dreißig Bewerbern entscheidet das.
Eine möblierte Wohnung auf Zeit ist der übliche Ausweg für die ersten Monate, und sie kostet pro Monat mehr als die Wohnung, auf die man wartet. Dauert die Suche ein halbes Jahr, zahlst du diesen Aufschlag sechsmal und ziehst zweimal um. Beides gehört in die Rechnung, sonst vergleichst du eine Wohnung, die du hast, mit einer, die du vielleicht bekommst.
Dazu kommt die Anmeldung: Ohne sie gibt es keine Steuer-Identifikationsnummer, und ohne die zieht der Arbeitgeber zunächst die ungünstigste Lohnsteuerklasse ab. Du bekommst das Geld zurück, aber erst später. Die Wohnungsgeberbestätigung, die du dafür brauchst, stellt dein Vermieter aus, und bei einer kurzen Zwischenmiete bekommst du sie oft nicht.
Hamburg ist kleiner, als es aussieht
Die Wege entscheiden über das Budget mit. Wer in Eppendorf, Eimsbüttel oder Winterhude wohnt, braucht für die Innenstadt kein Auto und oft nicht einmal die U-Bahn; wer wegen der Miete weit außerhalb zieht, zahlt die Ersparnis in Fahrzeit und im Deutschlandticket zurück.
Deshalb lohnt der Vergleich erst, wenn in beiden Spalten dasselbe steht: Miete plus Nebenkosten plus Fahrtkosten plus die Zeit, die du jeden Tag unterwegs bist.