Ohne Schufa

Eine Wohnung mieten, ohne Schufa

Es gibt keine Pflicht zur Schufa-Auskunft, sie ist nur die bequemste Abkürzung für Vermieter. Wer neu in Deutschland ist, hat gar keine, und das ist kein schlechter Wert, sondern gar keiner. Statt der Auskunft zählen Einkommensnachweis, Bürgschaft, Vorauszahlung oder eine Wohnform, die ohnehin ohne sie auskommt.

Was die Schufa ist und warum danach gefragt wird

Die Schufa ist ein privates Unternehmen, das Daten über das Zahlungsverhalten von Menschen in Deutschland sammelt: laufende Kredite, Konten, Mobilfunkverträge, nicht bezahlte Rechnungen. Daraus entsteht ein Wert, den Vermieter als Abkürzung nutzen, um das Risiko eines Mietausfalls abzuschätzen.

Eine gesetzliche Pflicht, diese Auskunft vorzulegen, gibt es nicht. Vermieter dürfen danach fragen, und die meisten tun es, weil es schnell geht. Auf einem angespannten Markt wird daraus faktisch eine Hürde: Wer sie nicht liefert, fällt aus der Vorauswahl, noch bevor jemand die Wohnung gesehen hat.

Wer in Deutschland gar keine Schufa hat

Ein leerer Eintrag ist kein schlechter Eintrag, aber viele Vermieter behandeln ihn so. Keine Historie haben vor allem: Menschen, die gerade erst zugezogen sind, Studierende ohne eigenes Konto oder Kredit, Entsandte, die von einem ausländischen Arbeitgeber bezahlt werden, und alle, die lange im Ausland gelebt haben.

Wer neu ist, steckt in einer Schleife: Für die Schufa-Historie braucht es ein deutsches Konto und Verträge, für ein Konto oft eine deutsche Adresse, für die Adresse eine Wohnung, für die Wohnung die Schufa. Die Anmeldung beim Bürgeramt ist der Punkt, an dem diese Schleife aufgeht, und dafür brauchst du zuerst eine Wohnung und eine Wohnungsgeberbestätigung.

Was Vermieter stattdessen akzeptieren

Wenn du die Auskunft nicht liefern kannst, biete aktiv etwas anderes an, bevor du gefragt wirst. Das wirkt besser als eine Erklärung im Nachhinein.

  • Arbeitsvertrag oder die letzten drei Gehaltsabrechnungen, bei einem Umzug aus dem Ausland der neue deutsche Arbeitsvertrag
  • Bürgschaft der Eltern oder des Arbeitgebers, schriftlich, mit Einkommensnachweis des Bürgen
  • Kontoauszüge, auch von einer ausländischen Bank, die regelmäßiges Einkommen oder Rücklagen zeigen
  • Immatrikulationsbescheinigung, bei Studierenden oft zusammen mit einer Elternbürgschaft
  • Mietschuldenfreiheitsbescheinigung des bisherigen Vermieters, auch aus dem Ausland
  • Vorauszahlung mehrerer Monatsmieten, wobei die Kaution davon getrennt bleibt und drei Nettokaltmieten nicht übersteigen darf (§ 551 BGB)

Wie du die Frage beantwortest, bevor sie gestellt wird

Schick deine Unterlagen ungefragt mit der ersten Nachricht. Eine Bewerbung, die Arbeitsvertrag, Gehaltsnachweis und eine kurze Vorstellung enthält, landet auf einem anderen Stapel als eine Anfrage mit zwei Sätzen, und zwar auch dann, wenn die Schufa fehlt. Erkläre die Lücke in einem Satz, ohne dich zu entschuldigen: Du bist seit drei Monaten in Deutschland, deshalb gibt es noch keine Historie, hier ist dafür der Arbeitsvertrag.

Was du nicht beantworten musst, ist mindestens so wichtig. Fragen nach Schwangerschaft, Kinderwunsch, Religion, Parteizugehörigkeit oder einer Gewerkschaft darf ein Vermieter nicht stellen, und auf eine unzulässige Frage musst du nicht wahrheitsgemäß antworten. Zulässig sind Fragen zu Einkommen, Beruf, Zahl der einziehenden Personen und Mietschulden.

Und rechne mit der Zeit: Wer ohne Auskunft sucht, braucht mehr Anläufe. Plane die ersten Monate so, dass du nicht unter Druck unterschreiben musst, denn genau dieser Druck führt zu Vorkasse an Menschen, die man nie getroffen hat. Ein Angebot, das die Besichtigung überspringt und eine Überweisung vor der Schlüsselübergabe verlangt, ist in neun von zehn Fällen keins.

Wohnformen, die ohne Auskunft funktionieren

Je kürzer und je möblierter, desto seltener die Schufa-Frage. Bei einer Zwischenmiete entscheidet meist der Hauptmieter nach Sympathie und Zeitdruck. Bei möbliertem Wohnen auf Zeit und bei Coliving-Anbietern ist das Geschäftsmodell ein anderes: Die Miete ist höher, dafür ist das Risiko über die Kaution und die Zahlung im Voraus abgedeckt, und eine Bonitätsprüfung erübrigt sich.

Der Preis dafür ist ehrlich benannt ein Aufschlag. Du zahlst für Möbel, Nebenkosten und Flexibilität, und du zahlst dafür, dass niemand nach deiner Historie fragt. Wer die Zeit hat, in Ruhe zu suchen, und die Unterlagen zusammenbekommt, wohnt auf dem freien Markt günstiger.

Eine Sache lohnt in jedem Fall: Du kannst einmal im Jahr kostenlos deine eigene Datenkopie bei der Schufa anfordern. Steht dort ein veralteter oder falscher Eintrag, lässt er sich korrigieren, und das ist oft der schnellere Weg als der Kampf gegen die Frage.

Wie wir es halten

Wir fragen nicht nach der Schufa, in keinem Haus und bei keinem Vertrag. Es gibt keine Bonitätsprüfung, keine Bürgschaft und keinen Einkommensnachweis. Stattdessen zahlst du eine Kaution von zwei Monatsmieten und die Miete im Voraus, damit ist das Risiko für beide Seiten geregelt. Die Wohnungsgeberbestätigung für die Anmeldung bekommst du vor dem Einzug, womit die Schleife aufgeht, in der viele Zugezogene stecken. Das ist kein Entgegenkommen, sondern unser Modell: Wir vermieten möbliert und all-in, zu einem Preis, der über der Kaltmiete einer leeren Wohnung liegt.

Möbliert wohnen in Berlin

Kurz beantwortet

Darf ein Vermieter die Schufa-Auskunft verlangen?+

Fragen darf er, und die meisten tun es. Eine Pflicht, sie vorzulegen, gibt es nicht; es ist eine freiwillige Angabe, deren Verweigerung aber in der Praxis die Absage bedeutet. Fragen zu Schwangerschaft, Religion, Partei oder Kinderwunsch darf er dagegen nicht stellen, und darauf musst du nicht wahrheitsgemäß antworten.

Ich bin gerade erst nach Deutschland gezogen. Was zeigt meine Schufa?+

Nichts. Es gibt keinen Eintrag, weil es keine Historie gibt. Das ist kein schlechter Wert, wird von Vermietern aber oft so behandelt. Lege stattdessen von sich aus Arbeitsvertrag, Kontoauszüge oder eine Bürgschaft bei.

Hilft eine höhere Kaution?+

Nur begrenzt: Die Kaution darf drei Nettokaltmieten nicht übersteigen (§ 551 BGB), mehr zu vereinbaren ist unwirksam. Was zulässig ist, ist eine freiwillige Vorauszahlung von Mieten, die aber rechtlich etwas anderes ist als eine Kaution.

Wie komme ich an meine eigene Schufa-Auskunft?+

Einmal im Jahr kostenlos als Datenkopie direkt bei der Schufa. Das lohnt vor jeder Wohnungssuche, denn veraltete oder falsche Einträge, etwa ein längst gekündigter Vertrag, lassen sich korrigieren.

Gibt es Wohnungen ganz ohne Bonitätsprüfung?+

Ja: Zwischenmiete, möbliertes Wohnen auf Zeit und die meisten Coliving-Anbieter prüfen keine Bonität, weil Kaution und Vorauszahlung das Risiko abdecken. Dafür liegt die monatliche Zahlung über der Kaltmiete einer vergleichbaren leeren Wohnung.

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