Kosten in Berlin
Was ein Zimmer in Berlin wirklich kostet
Die Zahl in der Anzeige ist fast nie die Zahl auf deinem Konto. Zur Kaltmiete kommen Nebenkosten, Strom, Internet und der Rundfunkbeitrag, und beim Einzug einmalig Kaution, Möbel und der Umzug. Wer zwei Angebote vergleicht, muss sie auf dieselbe Zeile bringen: alles, was in zwölf Monaten abgeht, geteilt durch zwölf.
Die Zahl in der Anzeige ist die Kaltmiete
In fast jeder deutschen Wohnungsanzeige steht die Kaltmiete. Das ist der Betrag für den Raum, sonst nichts. Heizung, Wasser und die Kosten des Hauses stehen als Nebenkosten daneben oder gar nicht dabei, Strom und Internet fehlen fast immer, und Möbel sind in der klassischen Vermietung nicht vorgesehen.
Die Summe aus Kaltmiete und Nebenkosten heißt Warmmiete. Auch sie ist nicht die Endsumme, denn Strom rechnest du separat mit einem Anbieter ab, und der Rundfunkbeitrag kommt noch dazu: 18,36 € im Monat, Stand 2026. Er wird einmal pro Wohnung fällig, nicht pro Person, in einer WG teilt ihr ihn also untereinander auf.
Dazu kommt die Nebenkostenabrechnung einmal im Jahr. Sie kann eine Rückzahlung bringen oder eine Nachforderung, und die Nachforderung kommt oft, wenn die Vorauszahlung knapp angesetzt war. Rechne damit, dass ein Monat im Jahr teurer wird als die anderen elf.
Die Posten, die du für zwölf Monate einrechnen musst
Nimm für jeden Posten den Betrag, den du tatsächlich zahlst, und rechne ihn aufs Jahr. Erst dann lassen sich ein WG-Zimmer, eine eigene Wohnung und ein All-in-Angebot nebeneinanderlegen.
- Kaltmiete, zwölfmal
- Nebenkosten als monatliche Vorauszahlung, plus die mögliche Nachforderung aus der Jahresabrechnung
- Strom, eigener Vertrag, bei einer WG anteilig
- Internet, eigener Vertrag mit meist 24 Monaten Laufzeit, dazu einmalig der Anschluss
- Rundfunkbeitrag, 18,36 € im Monat, einmal pro Wohnung
- Hausratversicherung, wenn du eine willst
- Reinigung der Gemeinschaftsflächen, falls kein Hausmeisterdienst im Haus ist
Was beim Einzug einmalig anfällt
Der Einzug ist der teuerste Monat, und zwar mit Abstand. Die Kaution ist gesetzlich auf höchstens drei Nettokaltmieten begrenzt (§ 551 BGB) und darf in drei Raten gezahlt werden; viele Vermieter nehmen das Maximum. Das Geld ist nicht weg, aber es liegt fest, bis du ausziehst und abgerechnet wird.
Dazu kommen die Dinge, an die beim Rechnen niemand denkt: eine leere Wohnung braucht Möbel, oft auch eine Küche, denn in Deutschland ist eine Wohnung ohne Einbauküche normal. Der Umzug selbst kostet, mit Transporter oder Firma. Und wer über einen Makler sucht, sollte wissen, dass seit 2015 das Bestellerprinzip gilt: Bei Mietwohnungen zahlt die Provision, wer den Makler beauftragt hat. Verlangt jemand von dir als Mietinteressent eine Provision, obwohl der Vermieter den Makler bestellt hat, ist das unzulässig.
Was die Suche selbst kostet
In Berlin wird dieser Posten regelmäßig vergessen, und er ist der teuerste von allen. Wer ohne Wohnung ankommt, wohnt die ersten Wochen in einer Zwischenmiete oder einem Apartment auf Zeit, und beides kostet pro Monat deutlich mehr als die Wohnung, auf die man wartet. Dauert die Suche drei Monate, zahlst du diesen Aufschlag dreimal und ziehst am Ende zweimal um.
Dazu kommt, was ohne Wohnung sonst nicht geht: Ohne Anmeldung beim Bürgeramt gibt es keine Steuer-Identifikationsnummer, und ohne die zieht der Arbeitgeber zunächst die höchste Lohnsteuerklasse ab. Du bekommst das Geld später zurück, aber in den ersten Monaten fehlt es auf dem Konto. Für die Anmeldung brauchst du die Wohnungsgeberbestätigung deines Vermieters, und genau die gibt es bei einer kurzen Zwischenmiete oft nicht.
Rechne deshalb nicht nur die Monatsmiete, sondern auch die Zeit bis zum Einzug und das, was diese Zeit kostet. Eine teurere Wohnung, die nächste Woche verfügbar ist, kann über ein Jahr gerechnet die günstigere sein.
So vergleichst du zwei Angebote ehrlich
Schreibe beide Angebote in dieselbe Tabelle: alles, was in zwölf Monaten abgeht, geteilt durch zwölf. Einmalige Posten wie Möbel und Umzug gehören dazu, denn sie fallen an, auch wenn sie nur einmal anfallen. Die Kaution rechnest du nicht als Kosten, aber du musst sie haben.
Der zweite Vergleich ist der, den die Zahlen nicht zeigen: Wie lange dauert es, bis du einziehen kannst, und was musst du dafür vorlegen? In Berlin ist das oft der Unterschied zwischen einer Wohnung in zwei Wochen und einer Suche über drei Monate, in denen du irgendwo zur Zwischenmiete wohnst und zweimal umziehst.